Einführung in die Anthroposophie
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Anthroposophie ist ein Erkenntnisweg
Vor- und Fehlurteile gegen die Anthroposophie
Dr. Rudolf Steiner (1861-1925)
Anthroposophie – eine Übersicht
Die Anthroposophie als Erkenntnisweg
Das Christentum in der Anthroposophie
Der Mensch – Bürger von vier Seins-Ebenen
Übersicht über Anwendungsgebiete in der Anthroposophie heute
Anthroposophie kennen lernen
Fotos
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Rudolf Steiner, Briefe an die Mitglieder, 30. März 1924 |
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(Rudolf Steiner, „Anthroposophische Leitsätze“, 1. Leitsatz). |
| Man könnte es auch so formulieren: |
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| Immer wieder hat es Vor- und Fehlurteile gegen die Anthroposophie gegeben, die schon oft widerlegt worden sind; sie werden trotzdem bis heute immer wieder erhoben. Die Anthroposophie ist weder eine Religion, noch eine Glaubensgemeinschaft (Sekte). Sie ist auch nicht eine Gemeinschaft elitärer Menschen: jeder Mensch, gleich welcher Religion, Rasse, Bildung, sozialen Stellung, usw. kann der Gesellschaft beitreten. Einzige Voraussetzung ist, die Anthroposophie sowie die Freie Hochschule am Goetheanum als sinnvoll anzuerkennen. Der Beitrag pro Jahr ist bescheiden. | |
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Dr. Rudolf Steiner (1861-1925) |
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| Geboren im österreichisch-ungarischen Grenzgebiet, Begründer der Anthroposophischen Geisteswissenschaft, absolvierte zunächst ein Studium an der Technischen Hochschule in Wien, gab später einen grossen Teil der Goethe-Gesamtausgabe in Weimar heraus, und promovierte schliesslich in Philosophie in Rostok (Deutschland). Er war von Kind an hellsichtig und medial begabt. Schon früh begann er mit systematischer Erforschung der ihm wahrnehmbaren „übersinnlichen“ Welten und Wesenheiten. Nach einigen Jahren als Generalsekretär der Deutschen Theosophischen Gesellschaft, von der er sich aus grundsätzlichen Überlegungen trennte, begründete er 1913 die Anthroposophische Gesellschaft, deren Sitz sich im sogenannten „Goetheanum“ in Dornach bei Basel befindet. Das ist auch der Ort der Freien Hochschule für Geisteswissenschaften sowie einer grossen öffentlichen Bühne, auf der die gewaltigen vier Mysteriendramen Rudolf Steiners und das ganze Faust-Drama (beide Teile) von Johann Wolfgang Goethe regelmässig aufgeführt werden. | |
| Rudolf Steiner war meiner Ansicht nach der grösste Universalgelehrte und Geisteslehrer, mindestens in der europäisch/westlichen Geschichte. Sein Gesamtwerk beträgt über 360 Bände. Er hat viele Impulse zu verschiedensten Lebensgebieten gegeben, von denen viele bis heute noch nicht aufgearbeitet worden sind. Eine Zusammenstellung findet sich weiter unten. | |
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Anthroposophie – eine Übersicht |
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(In diesem Text halte ich mich teilweise an die Einführungen von Otto Fränkl-Lundborg sowie von Carl Unger). |
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| Anthroposophie ist die Wissenschaft von den geistigen Grundlagen und Zusammenhängen des Menschen und der Erde mit den Naturreichen, den geistigen Wesenheiten und Hierarchien sowie den kosmischen Gesetzmässigkeiten und Entwicklungen. Das Menschenwesen verdankt seine Existenz einem Schöpfungsprozess, an dem göttlich-geistige Wesenheiten hoher Hierarchien durch gewaltige Zeitenräume hindurch gewirkt haben. In seinem ICH emanzipiert sich der Mensch von der göttlichen Schöpfung und beginnt das Geschenk der Evolution zu seinem Eigentum zu machen – der gegenwärtige Mensch kann sich in Freiheit entwickeln und ist für sich selber und die Welt verantwortlich. Die Schöpfung ist noch lange nicht abgeschlossen, der Mensch noch längst nicht fertig erschaffen. Wir Menschen selbst müssen immer mehr unseren eigenen Beitrag zu unserer weiteren Entwicklung leisten, durch Erfahrungen, die wir nur unter immer wieder veränderten Bedingungen in nachfolgenden Erdenleben gewinnen können. Hier kommen die Begriffe „Re-Inkarnation“ (wiederholte Erdenleben) und „Karma“ (Schicksal) zum Tragen, aber nicht im Sinne von Strafe und Sühne, sondern als Lern-Schritte in der Entwicklung und als Zukunftsimpulse. | |
| Ein ganz zentrales Thema ist auch die Erkenntnis der Christus-Wesenheit, dieser gewaltigen kosmischen Gotteskraft, welche sich durch ihre Durchdringung des menschlichen Weisheitslehrers Jesus und durch den grausamen Foltertod mit der Erde und den Menschen verbunden hat. | |
| Anthroposophie kann man zusammenfassen in drei Gebiete: | |
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Die Anthroposophie als Erkenntnisweg |
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| Die Menschen heute verlangen immer dringender nach einer „Erweiterung“ des Bewusstseins – oft wird es durch Unterstützung von Drogen oder durch kultisch/magische Verrichtungen angestrebt. Eine echte Erweiterung muss für den gegenwärtigen Menschen aber dem klaren und vollen Bewusstsein (also ohne Rausch- oder Trancezustände) neue Bereiche der Welt erschliessen. Jene Bereiche nämlich, zu denen die Kulturmenschheit seit langem nur mehr in unbewussten Beziehungen stand. Diese für das volle Bewusstsein zu erschliessenden Bereiche sind die „übersinnlichen“. | |
| Dem vorurteilslosen Betrachter zeigt sich die Welt geteilt in zwei Bereiche, die jedoch einander völlig durchdringen. Was unseren Sinnen zugänglich ist, bildet den einen Bereich; der andere ist unseren körperlichen Sinnen nicht zugänglich (wie etwa das Leben, die seelischen Vorgänge, die eigentlichen Ursachen der Naturprozesse und geschichtlichen Abläufe). Beide Bereiche zusammen bilden erst die ganze wirkliche und wirkende Welt. | |
| In den letzten Jahrhunderten hat sich eine Verengung des Bewusstseins einseitig auf die sinnlich wahrnehmbaren Vorgänge in der Natur (Physik, Chemie) ergeben. Das hat zu den grossartigen Ergebnissen der Wissenschaft von den sinnenfälligen Vorgängen und deren weltverändernden Anwendungen in der Technik geführt (Materialismus). Auf dieser Grundlage werden seither die sozialen und moralischen Konsequenzen gezogen. | |
| Den durch das einseitig materialistische Denken und Handeln verursachten Katastrophen kann nur eines abhelfen: die Anerkennung und Erkenntnis der ganzen Wirklichkeit der Welt, der körperlich-sinnlich wahrnehmbaren sowie der „übersinnlichen“. | |
| Für einen bewussten Zugang zu dem übersinnlichen Bereich der Welt konnte Rudolf Steiner nicht auf noch so interessante Formen aus der Vergangenheit zurückgreifen. Die intensive Entwicklung der modernen Naturwissenschaft hat auch eine Schulung für das wissenschaftliche Bewusstsein bedeutet, eine Erziehung zur Exaktheit und Objektivität. Nur daran konnte und musste angeknüpft werden, denn nur als Wissenschaft ist die Beziehung zum Übersinnlichen zeitgeistgemäss. | |
| Im Menschen sind geistige Kräfte vorhanden, die er durch sachgemässes Üben wecken und steigern kann. Es sind rein geistig-seelisch-moralische Übungen der folgenden Art: | |
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| Diese Übungen können dazu führen, dass das vollwache Bewusstsein sich von der sonstigen Bindung an den Körper frei macht und in gesteigerter Kraft und Klarheit Inhalte der geistigen Welt wahrnimmt. Die gemeinten Übungen ziehen den „Geistesschüler“ nicht aus dem praktischen Leben und seinen sozialen Pflichten, im Gegenteil, sie machen ihn dafür tüchtiger und tauglicher. | |
| Der anthroposophische Schulungsweg | |
| Die höheren Erkenntnis- und Willenskräfte, die der Mensch braucht, um sich in die Geisteswelt „einzuschwingen“, trägt er in sich selbst; sie müssen aber hervorgeholt und geschult werden. Die Methode, die zur Entwicklung dieser höheren Kräfte führt, ist der sogenannte Schulungsweg der Anthroposophie. Dieser Schulungsweg verlangt Ausdauer und Treue zum selber gefassten Ziel. | |
| Grundlegende Darstellungen Rudolf Steiners zum anthroposophischen Schulungsweg finden sich z.B. in | |
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| Die Stufen des Schulungsweges sind: | |
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Literaturhinweise finden sich im Abschnitt „Anthroposophie kennen lernen“. |
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| Indem der „Schüler“ durch die Schulung „Kraft“ über seinen Astralleib gewinnt, entwickelt er Imagination. Er wird dadurch zum Seher in der „elementarischen Welt“ (auch „ätherische Welt“ genannt). | |
| Gewinnt das ICH die Herrschaft über die verborgenen Kräfte des Aetherleibes, bildet sich das inspirative Bewusstsein aus. Dadurch wird der „Schüler“ fähig, den geistigen Gehalt der Imaginationen zu erfassen. | |
| Das intuitive Bewusstsein entsteht durch die bewusste Vereinigung des ICH mit den geistigen Kräften (Wesenheiten), die im physischen Leib wirksam sind. Im intuitiven Bewusstsein kann der Geistesforscher eins werden mit den geistig-schöpferischen Mächten des Weltalls. | |
| Der Imagination erschliesst sich die Welt des Lebens und der mit der Erde und ihren Geschöpfen verbundenen Lebensvorgänge. | |
| Der Inspiration wird das Geistig-Seelische des Planetensystems zugänglich. | |
| Die Intuition erfasst das geistige Leben des Kosmos, der über die Grenzen unseres Planetensystems hinausreicht. | |
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Das Christentum in der Anthroposophie |
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| Es war Rudolf Steiner ein zentrales Anliegen, die Ergebnisse seiner Forschungen über das Christentum und dessen Stifter darzustellen. Der Kerngedanke darin ist die Einmaligkeit des sogenannten Christus-Ereignisses. Im Menschen Jesus lebte in den letzten drei Jahren nicht nur der grosse Eingeweihte, der kultur- und religionsstiftend wirkte, sondern seit der Taufe am Jordan auch die zentrale göttliche Schöpferkraft, der Christus. Bei der Jordantaufe durchdrang der Logos, der „Sohn“ Gottes, den Menschen Jesus, um der Menschheit durch sein irdisches Leben als Mensch und seinen Tod am Kreuz die Kraft der Erlösung zu schenken. | |
| Dass Christus ein zweites Mal physisch in Erscheinung treten solle, wie das von manchen Seiten vorhergesagt wurde und wird, ist für Rudolf Steiner absurd. Dagegen spricht er von der Wiederkunft Christi in der ätherischen Welt noch im 20. Jahrhundert. | |
| Die Christengemeinschaft | |
| Unter Leitung von Karl Rittelmeyer bat eine Gruppe junger evangelischer Pfarrer Rudolf Steiner darum, ihnen Sakramente und andere Hilfen aus der geistigen Welt zu vermitteln, damit sie den christlichen Gottesdienst von Grund auf erneuern und der modernen Menschheit zur Verfügung stellen könnten. Daraus entstand „Die Christengemeinschaft“, eine eigenständige freie Kirchenbewegung, die auf dem anthroposophischen Fundament steht, organisatorisch aber vollständig getrennt ist von der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft (AAG). Viele Mitglieder der AAG sind nicht Mitglieder der „Christengemeinschaft“, auf der anderen Seite sind viele Mitglieder der „Christengemeinschaft“ nicht Mitglied der AAG. | |
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Anthroposophie kennen lernen |
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| In vielen Städten werden sporadisch oder regelmässig Vorträge oder Kurse zur Einführung angeboten. | |
| Natürlich gibt es auch reichhaltige Literatur von Rudolf Steiner und anderen, die gut zum eigenständigen Einstieg oder zur weiteren Vertiefung dienen können. Je nach Interessenlage bieten sich dabei verschiedene Einstiegspunkte an. | |
| Die folgenden Bücher sind eine Auswahl grundlegender Schriften von Rudolf Steiner, sie werden von der Rudolf Steiner Nachlassverwaltung in Dornach herausgegeben. („GA“ bedeutet die Gesamt-Ausgabe, die Nummer dahinter welchen Band). | |
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| Diverse Einführungsschriften: | |
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| Literaturhinweise und Kataloge finden sich unter: www.rudolf-steiner.com | |
| Adressen zu weiteren Informationen finden sich unter „Andere Web-Adressen - Anthroposophie“ | |
Fotos |
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![]() Rudolf Steiner, 1915 (*1861, †1925) |
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![]() Holz-Statue „Menschheits-Repräsentant“ |
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![]() Rudolf Steiner arbeitend an Holz-Statue, etwa 1919 |
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| Erstes Goetheanum, zerstört durch Brandstiftung in der Sylvesternacht 1922/23 |
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![]() Das zweite (gegenwärtige) Goetheanum, erster Vollbetonbau der Welt, erbaut 1925-1928 |
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