Einführung in die Anthroposophie

 

 

Übersicht der Themen auf dieser Seite

Anthroposophie ist ein Erkenntnisweg
Vor- und Fehlurteile gegen die Anthroposophie
Dr. Rudolf Steiner (1861-1925)
Anthroposophie – eine Übersicht
Die Anthroposophie als Erkenntnisweg
Das Christentum in der Anthroposophie
Der Mensch – Bürger von vier Seins-Ebenen
Übersicht über Anwendungsgebiete in der Anthroposophie heute
Anthroposophie kennen lernen
Fotos

 

Rudolf Steiner, Briefe an die Mitglieder, 30. März 1924


„Anthroposophie ist ein Erkenntnisweg, der das Geistige im Menschenwesen zum Geistigen im Weltenall führen möchte“

(Rudolf Steiner, „Anthroposophische Leitsätze“, 1. Leitsatz).

Man könnte es auch so formulieren:
  • Anthroposophie ist ein Erkenntnisweg, den die Seele des gegenwärtigen Menschen sucht und zur weiteren Entwicklung braucht. (Nach Carl Unger)
  • Die anthroposophische Geisteswissenschaft ist die Erforschung der geistigen Welt nach wissenschaftlicher Art, welche die Einseitigkeiten der blossen Natur-Erkenntnis ebenso wie diejenigen der gewöhnlichen Mystik durchschaut. Bevor sie den Versuch macht, in die geistige Welt „einzuschwingen“, sollen in der erkennenden Seele erst die im „gewöhnlichen“ Bewusstsein und in der „gewöhnlichen“ Wissenschaft noch nicht tätigen Kräfte entwickelt werden, welche ein solches Einschwingen ermöglichen. (Nach Rudolf Steiner, 1918)
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Von grösster Bedeutung in der Anthroposophie Rudolf Steiners ist das Fehlen jeglicher
Art von Dogmatismus sowie das absolut Freilassende. Ohne Offenheit und Unvoreingenommenheit kann die Anthroposophie nicht verstehen gelernt werden.
Immer wieder hat es Vor- und Fehlurteile gegen die Anthroposophie gegeben, die schon oft widerlegt worden sind; sie werden trotzdem bis heute immer wieder erhoben. Die Anthroposophie ist weder eine Religion, noch eine Glaubensgemeinschaft (Sekte). Sie ist auch nicht eine Gemeinschaft elitärer Menschen: jeder Mensch, gleich welcher Religion, Rasse, Bildung, sozialen Stellung, usw. kann der Gesellschaft beitreten. Einzige Voraussetzung ist, die Anthroposophie sowie die Freie Hochschule am Goetheanum als sinnvoll anzuerkennen. Der Beitrag pro Jahr ist bescheiden.
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Dr. Rudolf Steiner (1861-1925)

 

Geboren im österreichisch-ungarischen Grenzgebiet, Begründer der Anthroposophischen Geisteswissenschaft, absolvierte zunächst ein Studium an der Technischen Hochschule in Wien, gab später einen grossen Teil der Goethe-Gesamtausgabe in Weimar heraus, und promovierte schliesslich in Philosophie in Rostok (Deutschland). Er war von Kind an hellsichtig und medial begabt. Schon früh begann er mit systematischer Erforschung der ihm wahrnehmbaren „übersinnlichen“ Welten und Wesenheiten. Nach einigen Jahren als Generalsekretär der Deutschen Theosophischen Gesellschaft, von der er sich aus grundsätzlichen Überlegungen trennte, begründete er 1913 die Anthroposophische Gesellschaft, deren Sitz sich im sogenannten „Goetheanum“ in Dornach bei Basel befindet. Das ist auch der Ort der Freien Hochschule für Geisteswissenschaften sowie einer grossen öffentlichen Bühne, auf der die gewaltigen vier Mysteriendramen Rudolf Steiners und das ganze Faust-Drama (beide Teile) von Johann Wolfgang Goethe regelmässig aufgeführt werden.
Rudolf Steiner war meiner Ansicht nach der grösste Universalgelehrte und Geisteslehrer, mindestens in der europäisch/westlichen Geschichte. Sein Gesamtwerk beträgt über 360 Bände. Er hat viele Impulse zu verschiedensten Lebensgebieten gegeben, von denen viele bis heute noch nicht aufgearbeitet worden sind. Eine Zusammenstellung findet sich weiter unten.
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Anthroposophie – eine Übersicht

 

(In diesem Text halte ich mich teilweise an die Einführungen von Otto Fränkl-Lundborg sowie von Carl Unger).

Anthroposophie ist die Wissenschaft von den geistigen Grundlagen und Zusammenhängen des Menschen und der Erde mit den Naturreichen, den geistigen Wesenheiten und Hierarchien sowie den kosmischen Gesetzmässigkeiten und Entwicklungen. Das Menschenwesen verdankt seine Existenz einem Schöpfungsprozess, an dem göttlich-geistige Wesenheiten hoher Hierarchien durch gewaltige Zeitenräume hindurch gewirkt haben. In seinem ICH emanzipiert sich der Mensch von der göttlichen Schöpfung und beginnt das Geschenk der Evolution zu seinem Eigentum zu machen – der gegenwärtige Mensch kann sich in Freiheit entwickeln und ist für sich selber und die Welt verantwortlich. Die Schöpfung ist noch lange nicht abgeschlossen, der Mensch noch längst nicht fertig erschaffen. Wir Menschen selbst müssen immer mehr unseren eigenen Beitrag zu unserer weiteren Entwicklung leisten, durch Erfahrungen, die wir nur unter immer wieder veränderten Bedingungen in nachfolgenden Erdenleben gewinnen können. Hier kommen die Begriffe „Re-Inkarnation“ (wiederholte Erdenleben) und „Karma“ (Schicksal) zum Tragen, aber nicht im Sinne von Strafe und Sühne, sondern als Lern-Schritte in der Entwicklung und als Zukunftsimpulse.
Ein ganz zentrales Thema ist auch die Erkenntnis der Christus-Wesenheit, dieser gewaltigen kosmischen Gotteskraft, welche sich durch ihre Durchdringung des menschlichen Weisheitslehrers Jesus und durch den grausamen Foltertod mit der Erde und den Menschen verbunden hat.
Anthroposophie kann man zusammenfassen in drei Gebiete:
  1. Die von Rudolf Steiner begründete exakte wissenschaftliche Methode zur Erforschung der übersinnlichen Welt. Anthroposophie ist eine beschreibende Wissenschaft, die sich zur geistigen Welt so verhält wie die Naturwissenschaft zur Sinneswelt.
  2. Die Ergebnisse dieser Forschung, als „Geisteswissenschaft“ die notwendige Ergänzung der Naturwissenschaft (z. B. als Wissenschaft von dem übersinnlichen Teil des Menschen, von den geistigen Wesen in den Reichen der Natur und denen im Kosmos); aber auch die Erweiterung der Geschichts- und vieler anderer Wissenschaften, z. B. auf die Frage: Wer war und ist der Christus?
  3. Die Anwendung von Ergebnissen der geisteswissenschaftlichen Forschung auf das praktische Leben des Einzelnen und der sozialen Gemeinschaft (z. B. die Pädagogik, Heilpädagogik, Medizin, Pharmazie, Landwirtschaft und Ernährung, Soziologie, usw.). Hierher gehören auch alle Gebiete der Kunst.
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Die Anthroposophie als Erkenntnisweg

 

Die Menschen heute verlangen immer dringender nach einer „Erweiterung“ des Bewusstseins – oft wird es durch Unterstützung von Drogen oder durch kultisch/magische Verrichtungen angestrebt. Eine echte Erweiterung muss für den gegenwärtigen Menschen aber dem klaren und vollen Bewusstsein (also ohne Rausch- oder Trancezustände) neue Bereiche der Welt erschliessen. Jene Bereiche nämlich, zu denen die Kulturmenschheit seit langem nur mehr in unbewussten Beziehungen stand. Diese für das volle Bewusstsein zu erschliessenden Bereiche sind die „übersinnlichen“.
Dem vorurteilslosen Betrachter zeigt sich die Welt geteilt in zwei Bereiche, die jedoch einander völlig durchdringen. Was unseren Sinnen zugänglich ist, bildet den einen Bereich; der andere ist unseren körperlichen Sinnen nicht zugänglich (wie etwa das Leben, die seelischen Vorgänge, die eigentlichen Ursachen der Naturprozesse und geschichtlichen Abläufe). Beide Bereiche zusammen bilden erst die ganze wirkliche und wirkende Welt.
In den letzten Jahrhunderten hat sich eine Verengung des Bewusstseins einseitig auf die sinnlich wahrnehmbaren Vorgänge in der Natur (Physik, Chemie) ergeben. Das hat zu den grossartigen Ergebnissen der Wissenschaft von den sinnenfälligen Vorgängen und deren weltverändernden Anwendungen in der Technik geführt (Materialismus). Auf dieser Grundlage werden seither die sozialen und moralischen Konsequenzen gezogen.
Den durch das einseitig materialistische Denken und Handeln verursachten Katastrophen kann nur eines abhelfen: die Anerkennung und Erkenntnis der ganzen Wirklichkeit der Welt, der körperlich-sinnlich wahrnehmbaren sowie der „übersinnlichen“.
Für einen bewussten Zugang zu dem übersinnlichen Bereich der Welt konnte Rudolf Steiner nicht auf noch so interessante Formen aus der Vergangenheit zurückgreifen. Die intensive Entwicklung der modernen Naturwissenschaft hat auch eine Schulung für das wissenschaftliche Bewusstsein bedeutet, eine Erziehung zur Exaktheit und Objektivität. Nur daran konnte und musste angeknüpft werden, denn nur als Wissenschaft ist die Beziehung zum Übersinnlichen zeitgeistgemäss.
Im Menschen sind geistige Kräfte vorhanden, die er durch sachgemässes Üben wecken und steigern kann. Es sind rein geistig-seelisch-moralische Übungen der folgenden Art:
  1. Konzentration - das Bewusstsein ausschliesslich auf einen frei gewählten, als förderlich erprobten Inhalt richten und ihn festhalten,
  2. Meditation - in diesem Inhalt verharren, in ihm als in einer Situation leben, ja nicht etwa intellektuell grübeln, und
  3. eine gewisse innere Führung des Lebens. Nur für die Anthroposophie, für keine andere Wissenschaft, ist  moralisches Verhalten ein Teil ihrer Methode. Geduld und Ausdauer sind Grunderfordernisse.
Diese Übungen können dazu führen, dass das vollwache Bewusstsein sich von der sonstigen Bindung an den Körper frei macht und in gesteigerter Kraft und Klarheit Inhalte der geistigen Welt wahrnimmt. Die gemeinten Übungen ziehen den „Geistesschüler“ nicht aus dem praktischen Leben und seinen sozialen Pflichten, im Gegenteil, sie machen ihn dafür tüchtiger und tauglicher.
Der anthroposophische Schulungsweg
Die höheren Erkenntnis- und Willenskräfte, die der Mensch braucht, um sich in die Geisteswelt „einzuschwingen“, trägt er in sich selbst; sie müssen aber hervorgeholt und geschult werden. Die Methode, die zur Entwicklung dieser höheren Kräfte führt, ist der sogenannte Schulungsweg der Anthroposophie. Dieser Schulungsweg verlangt Ausdauer und Treue zum selber gefassten Ziel.
Grundlegende Darstellungen Rudolf Steiners zum anthroposophischen Schulungsweg finden sich z.B. in
  • „Wie erlangt man Erkenntnisss der höheren Welten“ (GA 10)
  • „Theosophie“ (GA 9)
  • „Geheimwissenschaft im Umriss“ (GA 13)
  • „Von Seelenrätseln“ (GA 21)
  • und an vielen anderen Orten.
Die Stufen des Schulungsweges sind:
  1. Das Studium der anthropsophischen Literatur
  2. Entwicklung des imaginativen Bewusstseins
  3. Entwicklung des inspirativen Bewusstseins
  4. Entwicklung des intuitiven Bewusstseins

Literaturhinweise finden sich im Abschnitt „Anthroposophie kennen lernen“.

Indem der „Schüler“ durch die Schulung „Kraft“ über seinen Astralleib gewinnt, entwickelt er Imagination. Er wird dadurch zum Seher in der „elementarischen Welt“ (auch „ätherische Welt“ genannt).
Gewinnt das ICH die Herrschaft über die verborgenen Kräfte des Aetherleibes, bildet sich das inspirative Bewusstsein aus. Dadurch wird der „Schüler“ fähig, den geistigen Gehalt der Imaginationen zu erfassen.
Das intuitive Bewusstsein entsteht durch die bewusste Vereinigung des ICH mit den geistigen Kräften (Wesenheiten), die im physischen Leib wirksam sind. Im intuitiven Bewusstsein kann der Geistesforscher eins werden mit den geistig-schöpferischen Mächten des Weltalls.
Der Imagination erschliesst sich die Welt des Lebens und der mit der Erde und ihren Geschöpfen verbundenen Lebensvorgänge.
Der Inspiration wird das Geistig-Seelische des Planetensystems zugänglich.
Die Intuition erfasst das geistige Leben des Kosmos, der über die Grenzen unseres Planetensystems hinausreicht.
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Das Christentum in der Anthroposophie

 

Es war Rudolf Steiner ein zentrales Anliegen, die Ergebnisse seiner Forschungen über das Christentum und dessen Stifter darzustellen. Der Kerngedanke darin ist die Einmaligkeit des sogenannten Christus-Ereignisses. Im Menschen Jesus lebte in den letzten drei Jahren nicht nur der grosse Eingeweihte, der kultur- und religionsstiftend wirkte, sondern seit der Taufe am Jordan auch die zentrale göttliche Schöpferkraft, der Christus. Bei der Jordantaufe durchdrang der Logos, der „Sohn“ Gottes, den Menschen Jesus, um der Menschheit durch sein irdisches Leben als Mensch und seinen Tod am Kreuz die Kraft der Erlösung zu schenken.
Dass Christus ein zweites Mal physisch in Erscheinung treten solle, wie das von manchen Seiten vorhergesagt wurde und wird, ist für Rudolf Steiner absurd. Dagegen spricht er von der Wiederkunft Christi in der ätherischen Welt noch im 20. Jahrhundert.
Die Christengemeinschaft
Unter Leitung von Karl Rittelmeyer bat eine Gruppe junger evangelischer Pfarrer Rudolf Steiner darum, ihnen Sakramente und andere Hilfen aus der geistigen Welt zu vermitteln, damit sie den christlichen Gottesdienst von Grund auf erneuern und der modernen Menschheit zur Verfügung stellen könnten. Daraus entstand „Die Christengemeinschaft“, eine eigenständige freie Kirchenbewegung, die auf dem anthroposophischen Fundament steht, organisatorisch aber vollständig getrennt ist von der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft (AAG). Viele Mitglieder der AAG sind nicht Mitglieder der „Christengemeinschaft“, auf der anderen Seite sind viele Mitglieder der „Christengemeinschaft“ nicht Mitglied der AAG.
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Der Mensch – Bürger von vier Seins-Ebenen

 

Wenn der Mensch unbefangen versucht, sein eigenes Wesen zu erkennen, so zeigen sich vier Wesensglieder, deren Zusammenwirken die Gesamtheit des gegenwärtigen Menschen hervorbringt.  
   
1) Der eigene Körper (‚Physischer Körper’), materieller Stoff wie alles in der Sinneswelt. Der Körper ist der Träger aller stofflichen (physikalischen und chemischen) Prozesse in uns. Aber würde nur der Körper den Menschen ausmachen, so wäre er leblos wie das Mineral ische.
 

2)

Der Träger des Lebens im Menschen (‚Aetherleib’), des Lebens und seiner Tätigkeiten (hauptsächlich Ernährung, Wachstum, Fortpflanzung). Das Leben kann man mit den Sinnen nicht wahrnehmen. Es ist von übersinnlicher Beschaffenheit.    
Würde jedoch nur ein belebter Körper den Menschen ausmachen, dann wäre er eine Pflanze. Der Aetherleib hat viel mit der Funktion unseres Gedächtnisses zu tun. Die Fähigkeit, sich an etwas zu erinnern oder nicht, hängt bekanntlich stark mit Frische oder Müdigkeit zusammen; und das sind Zustände des Lebensleibes, des Aetherleibes.
 

3)

Der Träger des Bewusstseins und seiner Erlebnisse (‚Astralleib’). Auf Grund der Eindrücke aus der Welt hat der Mensch „innere“ Erlebnisse. Der Träger des Bewusstseins, Seele genannt, geht erst recht über die Fähigkeit der Sinne zur Wahrnehmung hinaus. Würde jedoch nur der belebte, empfindsame Körper den Menschen ausmachen, dann wäre er ein Tier.


4)


Erst das vierte Wesensglied (das ‚ICH’) erhebt den Menschen über die drei Reiche der Natur, die er alle auch in sich birgt. Er ist fähig, die Welt zu erkennen, vor allem als ein zusammenhängendes, sinnvolles Ganzes; und er kann in diese Welt frei und schöpferisch eingreifen. Das sind Äusserungen seiner Individualität, der ihm innewohnende Geist.


Von den vier Wesensgliedern sind drei übersinnlicher Natur. Nur der stoffliche Körper ist sinnlich wahrnehmbar,
und nur von ihm haben wir in Anatomie und Physiologie eine grossartige, noch gar nicht abgeschlossene Wissenschaft. Von den drei weiteren Ebenen oder Gliedern des menschlichen Wesens gibt es - da sie unseren naturgegebenen Sinnen nicht zugänglich sind - nur Theorien und Hypothesen, die schnell wechseln.
Die drei übersinnlichen Wesensglieder betätigen sich alle am und im physischen Leib. Ihr harmonisches Zusammenwirken nennen wir Gesundheit.
Krankheit besteht in Störungen dieses Zusammenwirkens, hauptsächlich des Astralleibes mit dem Ätherleib, an gewissen Stellen oder in bestimmten Zonen des physischen Leibes.
Heilen heisst, die Störungen im Zusammenspiel der Wesensglieder wieder in Ordnung bringen. Daran orientiert sich die anthroposophisch erweiterte Medizin.


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Übersicht über Anwendungsgebiete in der Anthroposophie heute

Im Laufe der vergangenen etwa 90 Jahre, seit der Begründung der anthroposophischen Bewegung durch Rudolf Steiner, hat sich eine Vielzahl von anthroposophisch orientierten Bewegungen ergeben. Allen gemeinsam ist, dass sie mit finanzieller Knappheit zu kämpfen hatten und haben.
Eine unvollständige Zusammenstellung:
- Landwirtschaft, Ernährung z.B. Biologisch-Dynamische Anbauweise, Demeter-Label, Aussaatkalender
- Medizin / Therapien z.B. Anthroposophisch erweiterte Medizin und eine ganze Reihe von Therapieformen. Anthroposophische Kliniken, z.B. die Ita Wegmann Klinik und die Lukas Klinik in Arlesheim bei Basel. Herstellung von Heilmitteln, z.B. Weleda, Wala, und andere.
- Eurythmie Eine Bewegungskunst, die Sprache und Musik durch die Bewegung und Haltung des Körpers „sichtbar“ macht.
- Pädagogik z.B. Rudolf Steiner Schulen (manchmal auch Waldorf-Schulen genannt).
- Heilpädagigik /-eurythmie Staatlich anerkannte Therapieformen, spezielle Schulen und Heime.
- Kunst, Architektur z.B. eigene Stilrichtungen, auch Theater und Sprachgestaltung
- Soziologie z.B. Konzept der sozialen Dreigliederung: Wirtschaftsleben, Geistesleben, Rechtsleben - der Mensch ist das Mass der Dinge!
- Bankwesen z.B. Freie Gemeinschaftsbank BCL in Basel. Nicht gewinn-orientierte Banken zur Unterstützung von ethisch vertretbaren Projekten verschiedenster Arten
- Naturwissenschaften z.B. Pflanzenfarben
- Mathematik, Astronomie z.B. Sternkalender
uva.

Anthroposophie kennen lernen

 

In vielen Städten werden sporadisch oder regelmässig Vorträge oder Kurse zur Einführung angeboten.
Natürlich gibt es auch reichhaltige Literatur von Rudolf Steiner und anderen, die gut zum eigenständigen Einstieg oder zur weiteren Vertiefung dienen können. Je nach Interessenlage bieten sich dabei verschiedene Einstiegspunkte an.
Die folgenden Bücher sind eine Auswahl grundlegender Schriften von Rudolf Steiner, sie werden von der Rudolf Steiner Nachlassverwaltung in Dornach herausgegeben. („GA“ bedeutet die Gesamt-Ausgabe, die Nummer dahinter welchen Band).
  • „Theosophie. Einführung in übersinnliche Welterkenntnis und Menschenbestimmung“ (1904). GA 9. Eine allgemeine Darstellung über das Wesen des Menschen; seine Stellung in der Welt; Schlaf und Tod; Leben zwischen Tod und neuer Geburt; uva.
  • „Die Philosophie der Freiheit. Grundzüge einer modernen Weltanschauung. Seelische Beobachtungsresultate nach naturwissenschaftlicher Methode“ (1894). GA 4. Für eine streng philosophische Einführung in die Welt der Begriffe, Freiheit, Moral.
  • „Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?“ (1904). GA 10. Eine Einführung in den anthroposophisch orientierten Schulungsweg mit vielen Hinweisen zum Meditieren.
  • „Die Stufen der höheren Erkenntnis“ (1905, 1922/23). GA 12. Eine Fortsetzung von „Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?“.
  • „Das Christentum als mystische Tatsache und die Mysterien des Altertums“ (1902). GA 8.
  • „Reinkarnation und Karma - Wie Karma wirkt“ (1903). Aus GA 34, Einzelausgabe.
  • „Die Erziehung des Kindes vom Gesichtspunkt der Geisteswissenschaft (1907)“. Aus GA 34, Einzelausgabe. Die Stufen der Entwicklung des Kindes sowie dessen Hineinleben in die Welt.
  • „Die Geheimwissenschaft im Umriss“ (1910). GA 13. Eine Beschreibung der Entwicklung des Kosmos, der Erde und des Lebens seit Urzeiten. Enthält auch eine wichtige Anleitung zur Meditation anhand des Beispiels der „Rosenkreuzer-Meditation“.
  • „Die Kernpunkte der sozialen Frage in den Lebensnotwendigkeiten der Gegenwart und Zukunft“ (1919). GA 23.
  • „Mein Lebensgang (1923-1925)“ GA 28. Leben, Entwicklung und Wirken von Rudolf Steiner.
Diverse Einführungsschriften:
  • „Was ist Anthroposophie?“, von Jens Heisterkamp, Verlag am Goetheanum, 130 Seiten, 2010, ISBN 978-3-7235-1406-1
  • „Anthroposophie, was ist das?“, von Maurice Martin, 131 Seiten, 4. Auflage 2000
Literaturhinweise und Kataloge finden sich unter: www.rudolf-steiner.com
Adressen zu weiteren Informationen finden sich unter „Andere Web-Adressen - Anthroposophie

Fotos

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Rudolf Steiner, 1915 (*1861, †1925)

 

 


Holz-Statue „Menschheits-Repräsentant“
 

Rudolf Steiner arbeitend an Holz-Statue, etwa 1919
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Erstes Goetheanum, zerstört durch Brandstiftung in der Sylvesternacht 1922/23
 

Das zweite (gegenwärtige) Goetheanum, erster Vollbetonbau der Welt, erbaut 1925-1928
 
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