Wiederverkörperung, Schicksal,

Rückführung

 

 

Einführung

Ich benütze für Rückführungen eine Methode, die in Wachbewusstsein und ganz aus dem Klienten oder der Klientin selbst heraus wirkt (nach Bryan Jameison1) / Jan Erik Sigdell). Das Ziel ist die Auflösung von bewusst werdenden Blockaden aus früheren Zeiten, die in das gegenwärtige Leben hineinwirken und Schwierigkeiten verursachen.

Rückführungen sind keine Spielereien; blosse Neugierde ist für mich kein Grund, eine Rückführung durchzuführen.

1) Bryan Jameison *Mai 1933, †4. Dez. 2002. Die nähere Beschreibung der Methode findet sich weiter unten unter: Rückführungsmethoden.

 

So weit man die Vergangenheit heute noch ergründen kann, waren die Menschen längst vergangener Zeiten überzeugt davon, dass der Tod nicht das endgültige Aus sei, sondern dass Menschen wieder und wieder unter verschiedensten Lebensumständen auf diese Erde zur Vervollkommnung kommen werden.
Die Auseinandersetzung mit Gedanken von Wieder-Verkörperung (Re-Inkarnation), Schicksal (Karma) und Rückführung (Regression) ist heute vielen Menschen geläufig. In umfangreicher Literatur wird von zahlreichen Personen geschildert, wie dabei uralte Erinnerungen an längst vergangene Leben und Gefühle aus dem Unterbewusstsein auftauchen. Derselben Überzeugung ist auch in unserer Zeit der grössere Teil der Menschheit.
Doch immer noch bestehen bei vielen Menschen grosse Vorurteile gegen die Ideen von Reinkarnation, Karma und Rückführung.
Reinkarnation umfasst für viele Menschen Unterschiedliches, und viele lehnen sie aus allen möglichen Gründen ab. Es handelt sich dabei um eine Philosophie, eine Lebenshaltung, bei der auch der Begriff Karma (Schicksal) dazu genommen werden muss. Wirklich angenommen werden kann der Gedanke von Reinkarnation und Karma erst, wenn eigene Erkenntnisse und Erfahrungen damit gewonnen worden sind.
Warum überhaupt frühere Leben ergründen? Wir leben doch jetzt und hier - und sollten jetzt und hier unser Bestes geben! Ja - selbstverständlich!
Die Ideen von Reinkarnation und Karma erklären viele sonst unbegreifliche Geheimnisse im Leben. Sie bieten eine Grundlage, Ungerechtigkeiten und Leiden zu verstehen, die Teil unserer Existenz sind. Man kann verstehen lernen, warum das Leben der Menschen so unterschiedlich abläuft. Und man kann verzeihen lernen - sich selber und anderen gegenüber!
Durch die Lehren und Erkenntnisse von Reinkarnation und Karma können die Ursachen für eine aktuelle Lebensproblematik erklärt und verstanden werden, und vielleicht wird erst dadurch ein Schlüssel, oder auch die Lösung, dafür ersichtlich.
Während solcherart gefundene Erkenntnisse die aktuelle Lebenssituation verständlicher werden lassen, wächst auch die Fähigkeit, das Leben entsprechend anders und neu zu gestalten. Dann wird man sich nicht mehr ratlos zum Beispiel fragen müssen:
»Warum passiert das ausgerechnet immer mir? Warum begegne ich immer wieder solchen Leuten und renne immer wieder in dieselben Situationen?«
Durch Reinkarnationstherapie kann es gelingen, emotionale Befreiung von Ängsten und Blockaden zu gewinnen durch Bewusstmachung und Auflösung von früher erlittenen und „vergessenen“ traumatischen Einwirkungen oder Handlungen, usw. Solche Blockaden können durch verschiedenste Erlebnisse schon im Mutterleib, während der Geburt, in früher Kindheit, oder sogar schon vorkonzeptionell eingetreten sein. Sie können aber auch aus früheren Leben stammen, zum Beispiel durch damals erlittene Traumas/Schocks, oder durch schlimme Taten, oder Angst, Gewalt- und Hasserlebnisse, usw. Besonders oft wirken schwere Sterbeprozesse in weiteren Leben nach.
Wenn es Reinkarnation und Karma wirklich gibt - warum können wir uns dann nicht an frühere Leben erinnern?
Wir ‚erinnern’ uns schon daran, aber nicht in unserer präsenten Erinnerung, sondern wir tragen es als Früchte der damaligen Erfahrungen in unserem jetzigen Wesen. Es scheint durch uns hindurch wie eine unterlegte Schablone. Die Schöpferkraft behütet uns davor, zu früh und unvorbereitet mit unserem eigenen früheren Wesen bewusst konfrontiert zu werden, weil uns das im gegenwärtigen Leben zu stark beeinflussen oder auch behindern könnte. Es ist aber immer das Höhere Selbst der Klientin oder des Klienten selbst, welches über Art und Umfang der zu erkennenden Bereiche bestimmt.

Karma (Schicksal) und Vererbung (Genetik)

Für viele Menschen wirkt der Karma-Gedanke befremdend oder erschreckend, weil er meistens mit Sühne für Schuld gleichgesetzt wird. Aber Karma entsteht ja auch für Positives, wodurch es beglückend und beflügelnd wirkt. Wir Menschen schreiben das Drehbuch unseres Lebens zu einem grossen Teil selbst, zu unserem Guten oder Schlechten! Grundlagen für unser zukünftiges Schicksal, sei es in diesem oder in einem folgenden Leben, legen wir mit jedem Gedanken, jedem Entscheid, jeder Handlung, wobei auch die Unterlassung einer Handlung oder bestimmter Gedanken natürlich karmabildend wirksam sind.
Wie passen nun die genetischen Zusammenhänge in diesen Reinkarnationsprozess? Die gegenwärtige Wissenschaft sieht den Menschen wesentlich als die Summe seiner genetischen Eigenschaften - des Erbguts der Eltern - sowie der Erziehung und des sozialen Umfeldes. Aus der Sichtweise der modernen Reinkarnationslehre ist dies jedoch nur die halbe Wahrheit: natürlich hat die Genetik Einfluss, indem sie dem einzelnen Menschen Veranlagungen für bestimmte Eigenschaften mitgibt. Aus der Sichtweise der Reinkarnation jedoch kann man davon ausgehen, dass dies nicht zufällig geschieht. Aufgrund dessen, was im gegenwärtigen Erdenleben zu erfahren und zu erlernen ist, und auch was in der Vergangenheit schon erarbeitet wurde, wählt sich die Seele, so weit als möglich, optimal geeignete Eltern und passende Lebensumstände selber aus.

Freiheit und Zufall

Es gibt im Prozess von Reinkarnation und Karma auch Freiheit und Zufall. Man kann nicht alles im voraus wissen und planen, was sich entfalten wird; und man kann nicht alle Elemente des neuen Lebens und der Lebensumstände, die man sich ausgewählt hat, zum voraus festlegen. Man hat seinen freien Willen, doch kann man wohl die grundsätzlichen Lebensumstände auswählen, aber im einzelnen kann es anders werden, als geplant. Die Seele wählt sich die Umstände aus, von denen sie hofft, dass weiteres Wachstum und Entwicklung ermöglicht werden.
Wir Menschen werden wiedergeboren, um unseren Charakter, unsere Alltags-Persönlichkeit auf die höhere Stufe der Individualität zu heben, und sie letztlich vollständig in Harmonie mit dem eigenen „Höheren Selbst“ zu vereinigen. Wir lernen, die Energien und die Kraft unserer Seele zum Ausdruck zu bringen. Wir haben die Gelegenheit, unsere Entwicklung selbst zu bestimmen, und durch die Kraft der Liebe und des Willens zu Mitschöpfern in der Welt werden.

Reinkarnation und Karma im Lichte der christlichen Kirche

„Warum gibt es so viel Leid und Elend auf dieser Erde, wenn doch der allmächtige Gott im Himmel für Gerechtigkeit sorgt?“. Diese Frage kann nicht beantwortet werden, ohne die Sicht über mehrere Erdenleben und den Entwicklungsgedanken zu erweitern. Schon in alten Quellen wird teilweise festgehalten, dass die Lehren von Reinkarnation und Karma nicht un- christlich , sondern nur un- kirchlich sind!

Die Bibel widerspricht den Gedanken von Reinkarnation und Karma nicht, bestätigt sie aber auch nicht. Wichtige Stellen im neuen Testament sind willentlich oder unwillentlich nicht richtig übersetzt oder nach Belieben interpretiert worden. Es wird gegensätzlich beurteilt. Beispiele: Der Befürworter Jan Erik Sigdell einerseits, und andererseits Pfr Gabriel Looser, der intensive Grundlagenstudien von alten Konzil-Protokollen neutral durchgeführt hat und zu anderen Erkenntnissen gekommen ist. Für genauere Informationen siehe Literaturverzeichnis weiter unten.

Vertiefte Informationen finden sich beispielsweise in den Büchern:
„Reinkarnation. Christentum und das kirchliche Dogma“ von Jan Erik Sigdell, und
"Welches Leben nach dem Tod" von Pfr Gabriel Looser.
(Weitere Hinweise im Literaturverzeichnis weiter unten).

Rudolf Steiner (*1861, †1925)

Der Begründer der Anthroposophie hat Zeit seines Lebens nebst vielem anderem intensiv über die Themen Tod, Reinkarnation und Karma gearbeitet, geschrieben und gesprochen. Das stellt einen grossen Teil seines riesigen Lebenswerkes dar (Literaturverzeichnis weiter unten).

Rückführungsmethoden

Im letzten Jahrhundert sind verschiedenste Methoden für Rückführungen entwickelt worden und es besteht eine reichhaltige Literatur darüber, auch in anthroposophischen Zusammenhängen (Literaturangaben weiter unten).
Die angebotenen Möglichkeiten reichen von Mitteilungen durch ein Medium, über Hypnose, Trance, Atemtechniken, Emotionen, usw. bis hin zu wissenschaftlichen Analysesystemen.
Die Methode, die ich für mich persönlich als die am geeignetsten erachte, ist diejenige von Bryan Jameison und Jan Erik Sigdell. Eine Rückführung dauert etwa 3½ bis 4 Stunden, wobei der Klient, die Klientin, immer im Wachbewusstsein und ganz unbeeinflusst von aussen ist. Es wird dabei auf ein Schlüsselerlebnis hingearbeitet, das in Zusammenhang mit einer gegenwärtigen Lebensproblematik steht. Die Bewusstmachung von Blockaden und Zusammenhängen aus früheren Zeiten ist der erste Schritt zu ihrer Auflösung.
Das Ziel ist die Auflösung von bewusst werdenden Blockaden aus früheren Zeiten, die in das gegenwärtige Leben hineinwirken und Schwierigkeiten verursachen.

Literatur (eine Auswahl):

  • „Rückführung in frühere Leben. Emotionale Befreiung durch Reinkarnationstherapie ohne Hypnose“, Verlag Scherz. Von Jan Erik Sigdell. ISBN 3-502-14665-9
  • „Reinkarnation. Christentum und das kirchliche Dogma“, Verlag Ibera. Von Jan Erik Sigdell. ISBN 3-85052-109-5
  • „Praxis der Reinkarnationstherapie. Konsequenzen und Reichweite“. Von Ingrid Vallières. Verlag Stephanie Naglschmid. ISBN 3-925342-24-9
  • „Welches Leben nach dem Tod?“. Reinkarnation und christlicher Glaube. Gabriel Looser. Verlag Patmos. ISBN 978-3-8436-0339-3
  • „Wohin geht die Seele?“. Ein Reiseführer ins Jenseits. Gabriel Looser. Verlag Kösel. ISBN 978-3-466-37030-6
  • „Die Seele ins Licht begleiten“. Sterbebegleitung über den Tod des Körpers hinaus. Gabriel Looser. Verlag Kösel. ISBN 978-3-466-36566-1
Aus anthroposophischer Sicht:
Informationen der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung unter: www.rudolf-steiner.com
  • Viele Bücher und Vorträge von Dr. Rudolf Steiner, Begründer der Anthroposophie.
  • „Karma-Erkenntnis - Warum? Innere Entwicklung als Grundlage geistiger Fähigkeiten“. Von Heide Oehms. Verlag Urachhaus. ISBN 3-8251-7255-4
  • „Reinkarnation. Moderne Rückführungspraktiken und anthroposophische Karmaforschung“. Von Willem Frederik Veltman. Verlag Urachhaus. ISBN 3-8251-7096-9